Problem Behandlung & Gussfehler
Warum wird die Kokille beim Gießen nicht voll oder die Oberfläche wird faltig?
Das ist das häufigste Problem beim Bleigießen und lässt sich in der Regel auf eine Kombination aus folgenden drei Ursachen zurückführen:
- Kokille ist zu kalt: Ist die Gussform zu kalt, erstarrt das flüssige Blei bereits beim einfüllen und erreicht deshalb feine Konturen oder Ecken nicht mehr.
Lösung: Kokille vorwärmen (z. B. indem man sie auf die Kante des Schmelzofens legen) und die ersten paar Güsse zügig durchführen, bis die Form ihre Betriebstemperatur erreicht hat.
- Schmelztemperatur zu niedrig: Das Blei kühlt auf dem Weg in die Form zu schnell ab.
Lösung: Temperatur leicht erhöhen, der Richtwert für Weichblei liegt etwas bei 370–400 °C.
- Fett oder Öl in der Kokille: Rückstände von Konservierungsölen verdampfen schlagartig und drücken das Blei weg.
Lösung: Die Form vor dem ersten Einsatz gründlich mit Bremsenreiniger oder Aceton entfetten.
Warum entstehen Lunker (Hohlräume) oder Vertiefungen im Gussstück?
Beim Erstarren zieht sich Blei zusammen. Wenn kein noch flüssiges Material nachfließen kann, bildet sich im Inneren ein Hohlraum.
Lösung: Lassen Sie den Gusskegel (Sprue) auf der Abschneideplatte groß genug und warten sie einen Bis auch dieser Erstarrt. Wenn der Kegel lang genug flüssig bleibt, saugt das erstarrende Werkstück Blei aus diesem Reservoir nach.
Bleiauswahl & Legierungen
Welches Blei sollte man verwenden?
Verschiedene Blei Sorten haben unterschiedliche Eigenschaften, wie sie aus folgender Tabelle entnehmen können:
| Bleilegierung / Art | Härte (BHN)* | Dichte (g/cm³) | Masse/Gewicht (relativ) | Schmelztem. | Schrumpfmaß (Gussform) |
| Reinblei (Weichblei) | ~4 – 5 BHN | 11,34 g/cm³ (höchste) | Maximal schwer | Ca.327 °C | ca. 1,5 % (hohes Schrumpfmaß) |
| Pistolenblei / Weiches Hartblei (ca. 97% Pb, 1,5% Sn, 1,5% Sb) | ~8 – 10 BHN | ca. 11,20 g/cm³ | Sehr schwer | ca. 300 – 315 °C | ca. 1,2 % |
| Lyman No. 2 (90% Pb, 5% Sn, 5% Sb) | ~15 BHN | ca. 11,00 g/cm³ | Mittelschwer | ca. 270 – 290 °C | ca. 0,6 % – 0,8 % |
| Letternblei (Stereotype / Buchdruck) (80% Pb, 5% Sn, 15% Sb) | ~21 – 22 BHN | ca. 10,40 g/cm³ | Spürbar leichter | ca. 240 – 260 °C | Sehr gering (ca. 0,2 %) |
Wichtig: Unsere Gießkokillen werden präzise auf die Verarbeitung von Weichblei ausgelegt. Sämtliche angegebenen Grain-Gewichte sowie das berücksichtigte Schrumpfmaß basieren auf dieser Bleisorte.
Warum also Weichblei?
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Optimale Verarbeitung: Weichblei schmilzt leicht, fließt hervorragend in die Form und sorgt für eine besonders hohe Detailtreue und Ausformung der Geschosse.
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Wirtschaftlichkeit: Es ist die mit Abstand kostengünstigste Blei-Option für Wiederlader und Hobby-Gießer.
Nutzung anderer Legierungen: Selbstverständlich können Sie die Kokillen auch mit härteren Bleilegierungen (z. B. Hartblei oder Letternblei) nutzen. Bitte beachte jedoch, dass sich durch den geänderten Härtegrad und die abweichende Materialzusammensetzung das tatsächliche Geschossgewicht (Grain) sowie der Durchmesser leicht vom Nennmaß unterscheiden können.
Achtung! Verwenden Sie kein Zink!
Zink kontaminiert Bleilegierungen bereits in kleinsten Mengen komplett und erhöht die Oberflächenspannung der Schmelze massiv, was das Gießen erschwert. Dies kann darüber hinaus zu unvollständige Ränder, Falten und einem schwammigen, unsauberes Finish führen.
Darüber hinaus reagiert Zink bei den üblichen Gießtemperaturen von Blei extrem schnell mit dem Sauerstoff der Luft. Das dabei entstandene Zinkoxid setzt sich an den Wänden der Kokille fest und verringert so die Genauigkeit des Geschosses.
Warum sollte man Zinn beimischen?
Zinn erfüllt zwei Hauptaufgaben, welche man sich beim Bleigießen zu nutzen machen kann:
- Es senkt die Oberflächenspannung der Schmelze, sodass auch feinste Rillen und Kanten der Kokille perfekt ausgefüllt werden.
- Es erhöht die Härte leicht (1 % Zinn bringt etwa 0,3 bis 0,5 Brinellpunkte Härtegewinn).
Pflege & Handhabung
Wie bereite ich eine neue Gießkokille richtig vor?
Entfetten: Neue Kokillen sind werkseitig mit Korrosionsschutzöl überzogen und sollten vor dem gebraucht gründlich mit Bremsenreiniger ausgewaschen werden.
Vorwärmen: Vor dem ersten Guss auf ca. 150–200 °C aufheizen. Wir empfehlen die Kokille auf die Kante des Schmelzofens zu legen. Vermeiden sie es die Form mit einem Brenner direkt punktuell zu erhitzen!
Pflege: Nach dem Abkühlen leicht mit Kokillen Öl oder Korrosionsschutz konservieren um Rost zu vermeide. Gegebenenfalls die Form zusätzlich in Ölpapier einwickeln bei längerer Lagerung ,als zusätzlicher Feuchteschutz.
(vor dem nächsten Gießen wieder Entfetten).
Gesundheits- & Sicherheitshinweise
Welche Sicherheitsregeln sind absolut überlebenswichtig?
Feuchtigkeit meiden: Feuchtigkeit im Blei führen zu einer schlagartigen Dampfexplosion. Heißes Blei kann mehrere Meter weit umherspritzen, wenn es in Kontakt mit Flüssigkeiten gerät. Werkzeuge und zuzusetzendes Blei immer vorwärmen!
Belüftung: Blei fängt zwar erst ab ca. 480 °C stärker an ab zu dampft, aber Verbrennungsrückstände und Flussmittel sind giftig. Darum bitten wir Sie nur im Freien oder unter einer starken Absaugung zu arbeiten. Für Ihre und die Gesundheit der anderen.
Schutzkleidung:
- Schweißer-Schutzhandschuh aus Leder,
- Schutzbrille/Gesichtsschutz,
- langärmlige Kleidung aus Baumwolle (Bitte tragen Sie nichts aus Kunstfasern, da diese auf der Haut verschmelzen können!)